Selbstverständnis

Alles rund ums Obst, das ist seit Jahren unsere Leidenschaft. Dazu gehört die Pflege alter Streuobstbestände, die Anlage neuer Obstwiesen, die Beschäftigung mit alten bewährten Sorten und die Verarbeitung der Ernte. Die Grundlage dazu sind unsere Streuobstwiesen. Sie haben als eine der artenreichsten Kulturlandschaften einen hohen ökologischen Wert. Sie verschönern das Landschaftsbild und erweitern unser Obstangebot um seltene Früchte, die neben dem Einheitssortiment im Supermarkt ganz besondere Geschmackserlebnisse bieten.

Wir möchten die Streuobstwiese erhalten, was langfristig nur erfolgreich sein kann,wenn sie wieder genügend wirtschaftlichen Ertrag bringt. Wobei wir den Wert, eigenes gesundes und wohlschmeckendes Obst zu produzieren, nicht nur mit den üblichen wirtschaftlichen Maßstäben messen. Wir wollen nicht nur ein Obstmuseum, sondern eine Wiederbelebung der Reste an Streuobstwiesen in unserer Region.

Dazu gehört natürlich nicht nur, die Bäume zu erhalten, sondern auch das Wissen um die Pflege und den Schnitt der Bestände, gerade in Bezug auf die Unterschiedlichkeiten der Sorten. So hat jede Obstsorte eigene Standort- und Klimabedürfnisse, um gutes Obst zu erzeugen.

Wir haben den Namen „ObstManufaktur“ für unser Kollektiv gewählt, weil der Begriff Manufaktur im heutigen Sprachgebrauch für gute handwerkliche Qualität und Bewahrung erprobten Wissens steht. So sammeln wir alte Obstsorten, vorwiegend Äpfel und Birnen, und erhalten das Wissen um die Vielfältigkeit der Obstwirtschaft der vergangenen drei- hundert Jahre. Diese Vielfältigkeit drückt sich nicht nur in Form, Farbe und Geschmack aus, auch die Anpassung an das lokale Klima, die Widerstandskraft gegen verschiedene Schädlinge, die Eignung für Lager und Küche ist sehr variantenreich. Viele seltene Sorten haben wir zu einem kleinen Schatz zusammengetragen, der die besonderen Eigenschaften der Früchte weiterleben lässt. Diesen geerbten Schatz und unsere gesammelten Erfahrungen mit jungen und alten Bäumen möchten wir gerne weitergeben, auch an die nächsten Generationen.

Wir wollen Obst ökologisch produzieren, gerade unter globalen Wirtschaftsbedingungen. Das bedeutet für uns extensiven Obstbau ohne Pestizideinsatz, jedoch Nützligsförderung, konsequente Baum- und Wiesenpflege und Dokumentation der Qualitäten der verschiedenen Obstsorten. Eine notwendige Weiterentwicklung ist die Zusammenarbeit mit Baumschulen, Obstbauern und Vermarktern mit dem Ziel, Obstsorten wiederzuentdecken, die mit viel weniger Pestizideinsatz auskommen, aber dafür eine größere Geschmacksvielfalt bieten. Wir möchten selbst gutes Obst essen und auch regional vermarkten. So probieren wir für den Eigenbedarf Lagerung und Weiterverarbeitung aus. Dabei entstehen sortenreine Säfte, Fruchtaufstriche mit wenig bis keinem Zuckerzusatz, Trockenobst und traditionelles Kompott.

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